,,Sie brachen auf zu einem merkwürdigenStern, in das Land der Wunschlosigkeit. Sie ließen alles zurück,was junge Menschen gewöhnlich erträumen: ein Leben im Wohlstand, gute Erziehung, elegante Wohnungen und rassige Sportwagen. An den Rändern
der alten Gesellschaft begannen sie das ungebundene Dasein
einer fröhlichen Bohème. -
Es gibt sie in allen hoch industrialisierten Ländern. Sie sind unter uns. Aufsässige Kinder gelangweilter EItern. Angewidert von Materialismus, Gefühlskälte, Ruhelosigkeit, Gewinnsucht und Oberflächlichkeit. Rebellen ohne revolutionäre Alternative, entschlossen nur in der Abwehr der sich ständig steigernden,
kaum noch erfüllbaren Forderungen der Leistungsgesellschaft,
in der sie keine Zuflucht finden."
Das Wort „Hippie" leitet sich vom englischen Wort „hip" ab, was
soviel wie „erfahren" oder „weise" bedeutet. Hippies werden auch
oft als „Blumenkinder" bezeichnet. Im Lexikon sind sie definiert als
„Jugendliche, die sich durch malerisch-unkonventionelle
Erscheinungund konsequent unbürgerliche Lebensweise von der
bestehenden Leistungsgesellschaft absetzen und damit zum
Ausdruck bringen wollen, dass dieser Gesellschaft, trotz
glänzender Fassade, der Charakter des Menschenwürdigen und
Lebenswerten abgehe.
Die Bewegung findet ihren Ursprung in der Mitte der 50er Jahre in
den USA (besonders in Kalifornien und New York). Sie breitete
sich in späterer Folge über England in alle westlichen
Industriestaaten aus und war bis in die 70er Jahre stark verbreitet.
Hippies glauben an Freiheit, Frieden, Harmonie und Liebe (love,
peace & harmony) und an die „flower-power", Blumenkraft -
Blumen sind ein Symbol der Reinheit, Schönheit und der
Unschuld. Viele predigen und praktizieren die „freie Liebe" (keine
festen Bindungen, Geschlechtsverkehr nach Lust & Laune mit
ständig wechselnden Partnern) und glauben an die Schönheit des
Körpers durch die Schönheit des Inneren. Gewalt wird
verabscheut und man ist immer darauf bedacht, den anderen in
seiner Freiheit nicht einzuschränken und so zu akzeptieren, wie er
ist.
Hippies gehören nicht zur konservativen, festgefahrenen und
verschlossenen Masse bzw. Gesellschaft und dokumentierten
dies auch durch ihre Erscheinung und Lebensweise.
Einige leben in Kommunen, in denen oft große Gruppen von
Frauen und Männern sind, die sich alle lieben, sowohl geistig, als
auch körperlich, was unter anderem dazu führt, dass mit der Zeit
auch viele Kinder in den Kommunen aufwachsen. Typisch für die
Hippie-Bewegung sind auch die langen Haare, die sowohl bei
Frauen, als auch bei Männern üblich sind.
Nacktheit ist natürlich und für Hippies etwas Selbstverständliches.
Auch sind sie nicht selten auf der Suche nach der Erweiterung ihres
Bewusstseins, nach „kosmischem Wissen" und somit auch
empfänglich für alles Esoterische, diverse Praktiken wie Pendeln
oder Kartenlegen, aber auch für bewusstseinserweiternde Drogen
und religiös-esoterische Gruppen (oder auch Sekten, hier
verschwimmen die Grenzen), die gerade in der Hippie-Ära wie
„Pilze aus dem Boden schossen".
